Wilhelmshaven – Die Fläche zwischen Rheinstraße, Virchowstraße und Ebertstraße in Wilhelmshaven – vielen Menschen vor Ort auch als „Ehrenwortplatz“ bekannt – liegt nach wie vor brach. Die Pläne der Stadt, das Grundstück zurückzukaufen, sind vorerst gescheitert. Trotzdem könnte bald neuer Druck auf den Eigentümer ausgeübt werden.
Neue Pläne für die Fläche
Im Rahmen der „grün-blauen Verbindungswege“, durch die attraktivere Verbindungen zwischen Südstadt und Wilhelmshavener Innenstadt geschaffen werden sollen, soll auch der sogenannte „Ehrenwortplatz“ zu einem attraktiven Teil der Route ausgebaut werden. Diesen Vorschlag hat zumindest die Ratsgruppe „Gemeinsam Bunt“ in den jüngsten Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Häfen eingebracht.
Die Verwaltung soll demnach beauftragt werden, entsprechende Beschlussvorschläge und Bauplanungen auszuarbeiten. Auch wenn das Gelände derzeit nicht Eigentum der Stadt ist, soll die Verwaltung so eine Möglichkeit bekommen, etwas an dem Standort zu bewirken und ein Signal an den Eigentümer zu senden.
„Nachdem so lange für die Bevölkerung sichtbar nichts passiert ist, wollen wir das Thema noch mal zur Sprache bringen“, so Andreas Tönjes (Die Partei), Sprecher der Ratsgruppe „Gemeinsam Bunt“.
Der Vorschlag stieß im Ausschuss auf Zustimmung. SPD-Ratsherr Detlef Schön bezeichnete die brach liegende Fläche als „Schandfleck“ und begrüßte die Idee, etwas zur Verbesserung der Lage beizutragen. Gegenwind gab es aus der CDU-Fraktion. Ratsfrau Anja Mandt bemängelte hier, dass der Vorschlag nur darauf abziele, den Eigentümer zum Handeln zu bringen.
Am Ende wurde der Vorschlag durch den Ausschuss aber angenommen. Stimmt der Rat in seiner nächsten Sitzung zu, wird die Verwaltung demnächst wieder intensiver mit dem „Ehrenwortplatz“ beschäftigen.
Kauf durch Stadt keine Option
Eigentlich sollte das Gelände bereits im April zwangsversteigert werden. Die Stadt hatte damals ihre Ambition publik gemacht, die Fläche zu erwerben. So weit ist es jedoch nie gekommen: Offenbar konnte der Eigentümer kurzfristig noch die Schulden begleichen, die Versteigerung wurde abgeblasen.
Seitdem hat sich ein Kauf durch die Stadt wohl erübrigt: „Ein Kauf wird derzeit nicht verfolgt“, heißt es seitens der Stadt auf Nachfrage. Zwischen Stadt und Eigentümer gebe es derzeit keinen Kontakt. Unsere Redaktion konnte den Eigentümer nicht für eine Stellungnahme erreichen.
Die Fläche zwischen Rheinstraße, Virchowstraße und Ebertstraße ist bereits seit mehreren Jahren Brachland. Das Grundstück ist durch die Hände mehrerer Investoren gegangen, die seinerzeit große Versprechungen für Bauprojekte gemacht hatten. Verwirklicht wurde davon nichts, stattdessen folgten Komplikationen und Insolvenzen.
Wegen der gebrochenen Versprechen hatte die Fläche im Wilhelmshavener Volksmund den sarkastischen Namen bekommen, unter dem sie heute bekannt ist: „Ehrenwortplatz“.