Biogasanlage Wittmund: Nachhaltige Energiegewinnung aus organischen Abfällen in Ostfriesland
Am Standort Wittmund betreibt Biogas Wittmund eine hochmoderne Anlage, die sich auf die Verwertung organischer Abfälle aus der Lebensmittelindustrie spezialisiert hat. Jährlich werden rund 55.000 Tonnen Rinder- und Schweinegülle sowie etwa 40.000 Tonnen Lebensmittelreste verarbeitet, wobei die maximale Abfallaufnahme bei 45.000 Tonnen pro Jahr liegt. Aus diesen Substraten entsteht Biogas, das in mehreren Blockheizkraftwerken (BHKW) in Strom und Wärme umgewandelt wird.
Innovatives Wärmekonzept und Sekundärrohstoffdünger für die Region Friesland
Ein Alleinstellungsmerkmal der Anlage ist das umfassende Nutzungskonzept: Neben der Erzeugung von Strom und Wärme fällt ein flüssiges Gärprodukt an, das als Sekundärrohstoffdünger zur Verbesserung der Güllequalität eingesetzt wird. Die innovative Wärmeversorgung der nahegelegenen Bundeswehrkaserne wird durch dieses Konzept sichergestellt. Die Stromproduktion erfolgt über verschiedene BHKW-Module, die sowohl auf dem Anlagengelände als auch auf dem Bundeswehrgelände installiert sind und eine flexible, modulare Energieerzeugung ermöglichen.
Biogas Wittmund: Pionier der Kreislaufwirtschaft und Direktvermarktung in Niedersachsen
Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1996 hat sich die Biogasanlage kontinuierlich weiterentwickelt. Nach der Übernahme durch EWE im Jahr 2004 befindet sich der Betrieb seit 2017 im Besitz der aktuellen Gesellschafter. Die Stromerlöse werden auf Basis des EEG 2000 erzielt, und seit 2015 nimmt das Unternehmen an der Direktvermarktung teil. Mit der Verbindung von Abfallverwertung, Energieproduktion und Düngerherstellung trägt die Biogasanlage Wittmund maßgeblich zur nachhaltigen Energieversorgung und Kreislaufwirtschaft in Niedersachsen bei.